Am 6. Oktober wird in Brasilien jener Staatschef gewählt, der ab Beginn des kommenden Jahres die Geschicke des größten südamerikanischen Landes lenken wird. Gegenwärtig führt nach allen Umfragen der Mitbegründer der Arbeiterpartei (PT), Luiz Inácio Lula da Silva, der sich bereits drei Mal vergeblich (1989, 1994 und 1998) um das höchste Staatsamt beworben hatte. Und an zweiter Stelle liegt der Kandidat der ebenfalls linken Sozialistischen Volkspartei (PPS) – einer Abspaltung der KP –, Ciro Gomes.
Es wird angenommen, dass der voraussichtliche Linksrutsch der Wirtschaftsgroßmacht Brasilien mitbeteiligt war am Ausbruch der Krisensymptome im vergangenen Juli. Diesmal hat der Internationale Währungsfonds überraschend schnell mit einem unerwartetet hohen Stand-by-Kredit von 30 Mrd. US-Dollar reagiert.